Uganda: Queen Elizabeth Nationalpark – Mweya (Nordsektor)

28.10.2006:

Nachdem wir gestern die Loewen schon abgehandelt hatten, wollten wir heute in den Nordteil des Queen Elizabeth Nationalparks fahren. Unser Ziel war Mweya, was auf einer Halbinsel zwischen dem Kazinga-Kanal und dem Lake Edward liegt. Nach einem Fruehstueck ging es los. Wir nahmen noch eine Frau mit Kind mit, ein suesser Fratz. Anfangs war das Wetter noch ziemlich in Ordnung. Die Sonne schien und eine ganze Horde Paviane blockierte teilweise die Strasse.

Dann aber erschienen immer dunklere Wolken am Himmel und bald goss es wie aus Kuebeln. Schnell verwandelte sich die Strasse in eine Schlammpiste, die es in sich hatte. LKWs haben teilweise 50cm tiefe Spurrinnen produziert, die natuerlich extrem rutschig waren. Paul hatte manchmal echte Probleme, den Landrover auf Kurs zu halten. Etwas mehr Gas und schon brach der Wagen wieder aus. Manchmal dachten wir der Wagen wuerde umkippen oder stecken bleiben. Tat er zum Glueck aber nicht. Nach vielleicht 2 Stunden besserte sich das Wetter wieder und wir erreichten Mweya am Nachmittag.

Hier mussten wir aber leider feststellen, dass das Hostel, in dem wir uebernachten wolten, ausgebucht war. Es blieb uns nur die Wahl in der Mweya Safari Lodge zu uebernachten (sehr luxorioes und teuer), oder aber unser Zelt aufzuschlagen. Wir entschieden uns fuer letzteres auf einem Campingplatz unweit vom Wasser. Das sollte noch spannend werden….

Nachdem das Zelt aufgestellt war, gingen wir zum Buero des Nationalparks, mit dem Ziel noch fuer heute Nachmittag einen Game Drive zu buchen. Der Typ vom Buero war eigentlich ganz nett, aber fing immer wieder an uns mit allen Moeglichkeiten fuer die naechsten Tage zu loechern. Und das alles mindestens 3 mal!! Hat schon etwas genervt, da die Zeit knapp wurde und unser Lunch wartete. Naja nach ner Weile hatten wir uns auf folgendes geeinigt: Dann noch einen Game Drive und morgen frueh eine Rundfahrt mit Paul zu den Kraterfeldern im Park. Nachmittags dann die Bootsfahrt auf dem Kazinga-Kanal und am darauf folgenden Vormittag dann noch das Schimpansen-Tracking in der Schlucht.

Der Gamedrive war recht unspektakulaer. Als Highlight kann man die Sichtung von 2 Giant Forest Hogs bezeichnen, das sind sehr grosse Waldschweine, die angeblich recht selten gesehen werden. Ein paar Antilopen und Elefanten rundeten die Sache ab…

Abends besorgten wir uns noch ein paar Biere und wollten ihn am Lagerfeuer mit einer Gruppe von Overlandern – die reisen in einem grossen Truck als Gruppe durch Afrika – schwatzend verbringen. War ganz nett. Danach ging es ab ins Zelt. Gegen 4 Uhr mussten Renz und ich nochmal raus – die Biere zeigten ihre Wirkung – als wir ziemlich ungewoehnliche Laute aus dem Gebuesch vor uns hoerten. Schnell abgeschuettelt und zurueck ins Zelt… Anscheinend angelockt durch unser Austreten, kamen dann ein oder mehrere Hippos heraus und begannen fuer ca. 1,5 Stunden direkt neben unserem Zelt zu grasen. Die Geraeusche waren ziemlich krass und wir hatten allesamt schon etwas Angst. Jeder fluesterte nur und versuchte auch sonst keinen Krach zu machen, so dass sich das Nilpferd nicht erschreckt…
Am naechsten Morgen sahen wir dann anhand von den Fussspuren,das es nur ca. 2-3 Meter neben unserem Zelt gewesen ist. Puhhh!!

War auf jeden Fall ’ne spannende und kurze Nacht gewesen, denn 6 Uhr war wieder aufstehen angesagt.

29.10.2006:
Also wie schon gesagt, gegen 6 Uhr war aufstehen angesagt, zum Fruehstueck nahmen wir uns was mit und ab ging es auf Safarifahrt. Unser Ziel war der Teil des Nationalparks, wo es jede Menge Explosionskrater, teilweise mit Kraterseen, gibt. Die Fahrt war klasse und auch das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Die Gegend ist unglaublich schoen. Einige der Krater waren mit Wasser gefuellt, andere hatten dagegen eine savannenartige Vegetation und wieder andere waren von dichtem Wald bedeckt. Alles war sehr abwechslungsreich. Highlight dieser Fahrt war neben den landschaftlichen Reizen, die Herde Elefanten, die in unmittelbarer Entfernung von unserem Landrover ihr Fruehstueck einnahmen. Sie waren auf einmal ueberall um uns herum – einfach herrlich! Einige Flamingos konnten wir aus weiter Entfernung auch sehen. Dazu noch Bueffelherden und diverse Antilopenarten, wie Wasserbock, Uganda Kob u.a.

Bevor am Nachmittag noch die Bootsfahrt auf dem Programm stand, fuhren wir noch zu einem anderen Kratersee, wo die lokale Bevoelkerung das sehr salzhaltige Wasser zur Salzproduktion verwendet. Viele kleine Salinen wurden angelegt, und auch Flamingos gab es in diesem See. Diesmal kamen wir deutlich naeher an sie heran als vorher. Die Arbeit in den Salinen ist wahre Knochenarbeit. Das Wasser ist so salzig, dass es die Haut angreift und auch gesundheitliche Probleme entstehen. Ausserdem stinkt es ziemlich. Unser Fuehrer dort, hat nur kurz mal in einen der Teiche gegriffen, und schon war seine Hand von einer Salzkruste umgeben, nachdem das Wasser getrocknet war.

Vor einigen Jahren hatte eine deutsche Firma hier eine Salzgewinnungsfabrik gebaut, die das Wasser aus diesem Salzsee verarbeiten sollte. Der Salzgehalt war allerdings so gross, dass die Wasserzulieferungsrohre sofort verrostet sind. Letztendlich wurde mit dieser Fabrik bis zum heutigen Zeitpunkt noch nie Salz hergestellt.


Wieder zurueck in Mweya, bauten wir erst mal unser Zelt ab, mieteten uns in 2 der Zimmer des Hostels ein, assen Mittag und dann ging auch schon die Bootsfahrt auf dem Kanal los. Die Fahrt dauerte ungefaehr 2-3 Stunden und wir sahen Bueffel, Krokodile, Unmengen an Hippos, Wasserboecke, Seeadler, Pelikane, Kormorane und viele andere Tierarten. War sehr schoen…

Abends haben wir dann noch das Buffett des Restaurants genossen, etwas Bier getrunken und uns die vielen Fotos des Tages angeschaut. Relativ zeitig gingen wir dann zu Bett, denn Morgen war schon wieder sehr frueh die Nacht zu Ende. Die Schimpansen warteten…

30.10.2006:
Um 7 Uhr frueh hatten wir einen Termin mit den Schimpansen in der Kyambura Schlucht. Die Kyambura River Gorge befindet sich im nordoestlichen Teil des Queen Elizabeth Nationalparks. Sie zieht sich ueber ca. 16 km in die Laenge, ist an ihrer tiefsten Stelle bis zu 100 m tief und hat eine maximale Breite von 500 m. Sie taucht innerhalb einer grasartigen Savannenlandschaft auf und ist mit urspruenglichen Wald bedeckt. Hier soll eine an Menschen gewoehnte Schimpansengruppe, sowie 4 weitere Primatenarten zu Hause sein. (Black and White Colobus Monkey, Red-tailed Monkey, Pavian und Gruene Meerkatzen). Ausserdem ist die Schlucht eine wichtige Wasserquelle fuer andere Savannentiere.

Durch diese Schlucht sollte uns ein Ranger 2 Stunden lang zu den Schimpansen fuehren. Einmal mussten wir auf einen Baumstamm einen Fluss ueberqueren, dabei stellten wir uns an „wie die ersten Menschen“. Jeder hatte Angst in die dreckige braune Bruehe zu fallen, besonders unsere Kameras waren ziemlich Wasserscheu 🙂 Auf der anderen Seite liefen wir viele kleinere Wege kreuz und quer durch den Wald, sahen Paviane, Colobusaffen, hin und wieder einen Red-tailed Monkey, aber leider keine Schimpansen. Der Guide sagte uns, dass die Chancen sie hier aufzuspueren bei ca. 75% liegen. Wir gehoerten zu den anderen 25% und fanden sie nicht.

Am Ende fuehrte er uns noch zu einem Flussabschnitt, wo viele Flusspferde waren. War sehr schoen, aber das Fehlen der Schimpansen drueckte uns (zumindest mir) doch etwas aufs Gemuet. Die haette ich schon gerne beobachtet. Naja, man kann halt nicht immer Glueck haben.

Nach der Wanderung fuhren wir weiter in Richtung Norden nach Fort Portal, wo wir zu Mittag gegessen haben und ueber eine Stunde in einer Bank zubrachten, um Reisescheck einzutauschen, ehe wir dann noch zum Lake Nkuruba Nature Reserve gefahren sind. Hier gab es eine wunderschoene kleine Anlage, oberhalb des besagten Sees, wo B/W Colobusaffen zu Hause waren. Es fing dann an zu regnen und so beliessen wir es hier dann bei einem kleinen Spaziergang zum See und ueber das Gelaende, dass mit sehr viel Liebe eingerichtet wurde.

So ging dann auch dieser Tag in Afrika zu Ende.

Tschuess sagen Euch
Sandra, Jens und Mirko