Ghana – Transport in Nordghana

Hallo mal wieder aus dem nun doch recht heissen Ghana.
Bin heute ganz im Norden in Bolgatanga angekommen. Mir gehts gut, das mal vorweg. Die letzten Tage haben wir sehr oft in irgendwelchen Transportmitteln verbracht, weshalb ich auch vorwiegend davon berichten moechte.

Die ca. 600 Jahre alte Lehmmoschee von Larabanga

Ich glaube mein letzter Bericht stammte aus Tamale, von wo aus wir mit dem Bus um halb 6 Uhr frueh zum Mole Nationalpark fahren wollten. Das hat alles ganz gut geklappt, nur stellte sich diese Strasse als eine der schlechtesten Strassen Ghanas heraus – soweit ich das beurteilen kann. Die letzten 70 km bestanden nur aus Schotterpiste mit vielen Schlagloechern. Unser Platz war ganz hinten in der letzten Reihe, sodass wir diese auch sehr gut live miterleben durften. Auch in der letzten Reihe sass ein Mann, welcher wohl einige gesundheitliche Probleme hatte. Ein Schlagloch war besonders schlimm, und ab diesem Zeitpunkt war die ganze Zeit ein Wehklagen dieses Mannes zu hoeren. Niemand hat sich um den Mann gekuemmert. Manchmal klang es, als dass er gleich sterben koennte. Angekommen sind wir dann aber alle halbwegs unbeschadet (bis auf ihn wahrscheinlich) in Larabanga. Dort erstmal gefruehstueckt und dann haben wir uns die ca. 600 Jahre alte Moschee (eine der aeltesten Moscheen in Westafrika) angesehen und auch einen Rundgang durch das Dorf gemacht. War sehr interessant und ich hoffe ein paar schoene Fotos sind geworden. Am Ende der Tour sind wir beim Dorfchief eingeladen wurden und sollten mit ihm zusammen essen. Naja paar Bissen hab ich runterbekommen 🙂

Warzenschwein im Camp des Mole Nationalparks

Naechster Schritt war dann die Fahrt in den Nationalpark hinein. Der Guide, der uns durch Larabanga gefuehrt hat, hat uns dann auch dort hingefahren und wir haben viel zu viel bezahlt. Naja sowas passiert halt. Das Mole Motel, im Nationalpark war funktional um es mal positiv auszudruecken. Die Gebaeude hatten ziemlich wenig Athmosphaere, sowas wie Ferienlager in schoener Natur. Dafuer gab es einen Swimmingpool, welcher haeufig von uns frequentiert wurde, denn tagsueber war es fast schon unertraeglich heiss. Insgesamt ist das Hotel aber sehr schoen gelegen und von der Aussichtsplattform konnte man sehr gut das Wasserloch ueberschauen. Insgesammt waren wir 3 Naechte dort – bissel relaxen muss ja auch sein.
Jeden Morgen haben wir eine Safariwanderung mit Ranger unternommen – immer in der Hoffnung ein paar der 800 Elefanten des Parks zu sehen, aber leider hat das nicht geklappt. Neben Wasserbock, Kob und Bushbuck sind uns noch Paviane, Warzenschweine und ein paar Voegel vor die Linse gelaufen. Den einzigen Eli haben wir nur von der Aussichtsplattform gesehen. Schoen war es trotzdem.

Eine Fahrt hier mit den oeffentlichen Verkehrsmittel ist alles andere als einfach, aber langweilig jedenfalls nie!

Naechste Station sollte ein anstrengende werden. Zuerst zurueck nach Larabanga, wo wir Glueck hatten und bereits ein TroTro abfahrbereit stand. Ziel der Fahrt war Wa. Diese Fahrt mit dem TroTro war aufregend. Ich sass direkt ueber den noch vollen Ersatzbenzinkanistern, die nicht mal verschlossen waren. Immer mal wieder schwappte etwas von dem Benzin auf meine Fuesse. Die Strasse war auch wieder nur Schotterpiste und so passierte es, dass waehrend der Fahrt einfach die Tuer des Minibusses abfiel. Zum Glueck ist keiner rausgefallen. Es gab kurz Gezeter, dann wurde Hand angelegt und nach 5 Minuten war die Kiste – anders kann man dieses Fahrzeug nicht mehr nennen, wieder weiterfahrbereit. In Wa angekommen mussten wir in ein anderes TroTro umsteigen, welches uns nach Wechiau, dem Ausgangspunkt fuer das Hippo Sanctuary, bringen sollte. Dieses Fahrzeug war noch klappriger und nach 2 Stunden Warterei fuhr es dann auch endlich ab. Die Piste war wieder nur staubig und beim Aussteigen wurden wir ausgelacht, weil wir von Kopf bis Fuss in Staub eingehuellt waren. Naja, aber auch das war noch nicht das Ende des Tages. Von Wechiau mussten nochmal 20 km bis in Sanctuary zurueckgelegt werden. Diesmal blieb uns nur die Wahl ein TroTro zu chartern, was ganz schoen teuer war. Bereits im Dunkeln erreichten wir die Lodge.

Mit dem Kanu auf der Suche nach Flusspferden

Schoen gelegen, nutzten wir dennoch zuerst die Dusche – Eimer mit Wasser holen und langsam ueber sich ergiessen lassen. Wenn das Wasser alle war, von neuem Wasser holen. Sehr angenehm trotzdem. Die Lodge selber ist im Lobi-Style erbaut, was bedeutet, dass das Gebaeude aus Lehm gebaut ist und als Stuetzen, bzw. dach Holzstoecke benutzt. Man musste den Kopf einziehen, dass man sich nicht stoesst.
Da es aber soo heiss war entschlossen wir uns auf einer Plattform in 10 meter Hoehe zu uebernachten. Diese war unter einen riesigen Kapokbaum gebaut und es gab ne Matratze, ein Moskitonetz und wunderschoenen Sternenhimmel. Hab in der Nacht dann letzendlich mit Jacke, und langen Hosen geschlafen, denn es kuehlte sich sehr stark ab.

Ein paar Flusspferde leben hier noch – ein Glueck!

Am naechsten Morgen gingen wir auf Hippo Safari. Kanu gemietet und rauspaddeln lassen. Nach einer Stunde auf dem Black Volta Fluss fanden wir eine Gruppe von ca. 6 Flusspferden. Wie immer war es toll diese riesigen Tiere zu sehen.
Zurueck in der Lodge war abmatten angesagt, ehe wir wieder abgeholt wurden um nach Wechiau zu kommen. Das TroTro wahr anscheinend erst abgefahren, sodass es ne Geduldsprobe werden sollte. Wir haben sie nicht bestanden 🙂 Immer wieder sagte man uns, dass ein Markttruck bald kommen wuerde, aber nach 4 Stunden Warterei und keinem Fahrzeug, welches nach Wa fuhr, gaben wir auf und charterten erneut ein Fahrzeug – wieder teuer, aber wenigstens haben wir es gemeistert noch was in den Magen zu bekommen.

Naja das war also gestern und heute fuhren wir wieder halb 6 Uhr in aller Fruehe von Wa nach Bolgatanga. 9 Stunden Busfahrt musste bewaeltigt werden, aber es hoert sich schlimmer an als es war. Einzig und allein das morgendliche Rumgelunger auf dem Busbahnhof war nervig. Nix organisiert. Wussten nicht, wo es die Tickets gibt, Gepaeck einchecken klappte erst auf mehrmalige Nachfrage hin und am Ende gab es fast ein problem, weil die uns 2 Tickets berechnet haben aber nur eines ausgehaendigt hatten. Naja Lehrgeld, aber letztendlich hat alles gut geklappt und wir sind hier in Bolga angekommen.

Die Stadt macht einen sehr angenehmen Eindruck und es gibt hier auch ne Menge in der Umgebung zu sehen..
Ich bin jedenfalls gespannt…

Ihr auch??

Mit afrikanischem Gruss verabschiedet sich
Euer Mirko

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Eine Antwort zu “Ghana – Transport in Nordghana

  1. Horst writes:

    Hallo Mirkoes freut uns, dass ihr all diese Hindernisse gut ueberstanden habt, um an die geplanten Ziele zu kommen. Vergesst dabei nicht das Zurueckfahren, um dann am Meer doch noch stressfreie Erholung zu geniessen. Sonst musst du in der Firma Urlaub vom Urlaub beantragen.Aber vielleicht gibt euch der Besuch der "Heiligen Krokodile" so viel Kraft, dass alle Strapazen vergessen sind. Andererseits waere es ohne diese Erlebnisse nicht so interessant. Wir sind jedenfalls jetzt schon auf deine Bildberichte gespannt.Bis dahin wuenschen wir euch weiterhin gute Reise.Liebe Gruesse an euch beide Mutti und Vati.

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