Ghana – Bolgatanga und Umgebung

So liebe Leute,
Nachdem wir nun den heissen Norden hinter uns gelassen haben und heute noch ans Meer weiterfahren, will ich die Gelegenheit nutzen einen kurzen Bericht ueber Bolgatanga und die Umgebung abzugeben. Wir hatten uns 3 Naechte im Sand Garden Hotel in Bolga eingemietet und wollten zuerst etwas relaxen um dann am zweiten Tag einige der Attraktionen des Norden kennenzulernen.

Traditionell bemalte Huetten von Sirigu in der Naehe von Bolgatanga

Am ersten Tag hier haben wir es sehr ruhig angehen lassen. Haben im Hotel den Schatten genossen, Buch gelesen, etwas Musik gehoert, um dann am Nachmittag mit Mohammed, einem Guide hier, etwas durch die Stadt zu laufen, Geld zu wechseln und etwas Djembe zu trommeln. War ganz gut gewesen.

Tags darauf sind wieder mit Mohammed zusammen die Umgebung mit nem Taxi abgefahren. Insgesamt waren wir 4 Obrunis, der Taxifahrer und Mohammed. Erste Station war Sirigu, ein Dorf fast an der Grenze zu Burkina Faso. Das Besondere an diesem Dorf ist die Tatsache, dass die Menschen hier ihre Haeuser noch traditionell mit roten, weissen und Schwarzen Farben bemalen. Dabei sind ihre Muster und Zeichnungen sehr schoen. Hier besuchten wir 2 traditionelle Wohngemeinschaften. Jede solche Wohngemeinschaft ist aus Lehm gebaut, hat nur einen Eingang im Westen und ist von einer Mauer umgeben. Es gibt einen Bereich fuer die Tiere und einen fuer die Menschen. Die Haeuser haben ein flaches Dach, wo das Getreide getrocknet wird, oder die Menschen in der heissen Jahreszeit schlafen. …

Naechste Station war dann ein ehemaliges Sklavencamp in der Naehe von Paga. Wir sahen die Stellen wo bis zu 200 Sklaven pro Woche an Baeumen gekettet wurden, sahen ihre Essensschalen (in den Fels geritzt), den Unterhaltungsbereich um sie bei „Laune“ zu halten – das waren 2 Steine, die besondere Toene abgaben, wenn man mit Steinen draufschlaegt. Sie dienten als Trommeln. Ausserdem sahen wir den Friedhof fuer die toten Sklaven, den Wachturm der Sklaventreiber und den Folterplatz.

tongo hills, ghana

Die Landschaft ist durchsetzt von vielen Felsen hier im Norden Ghanas. Manche Felsvorspruenge wurden u.A. als Schulen benutzt.

 

Danach fuhren wir zum Chief Palace von Paga. War ok, aber nicht ganz so beeindruckend. Einzig die Tatsache, dass ein neuer Chief, bevor er gekroent wird, fuer 6 Monate in einem Gebaeude verbringen muss, welches keine Fenster, Tueren etc. hat war beeindruckend. Nur vom Dach her kam etwas Licht hinein, wo auch der Eingang war. Wenn er nach 6 Monaten wieder raus kommt, ist er sicher entweder psychisch kaputt oder wie sie sagen besonders gestaerkt.

ancestral-shrine-tongo-hills-ghana

Voodoo und Animismus sind hier in Nordghana weit verbreitet. Das Bild zeigt einen kleinen Schrein fuer die Geister.

 

Letzte Station war dann noch die Tongo Hills und die Schreine von Tengzugu. Die Huegelkette war wunderschoen. Ueberall Gesteinsformationen, die aussehen, als haette jemand Spass gehabt die Felsen irgendwie uebereinander zu stapeln. Etwas aehnlich wie Devils Marbles in Australien. Dazwischen standen riesige Baobab Baeume und versteckte kleine Siedlungen. Wir besuchten eine Cave-School, eine Hoehle, wo in den alten Tagen Schulunterricht erteilt wurde.
Dann noch den Chief Palace. In einem solchen Compound leben nur Angehoerige einer Familie und dieser hier beherbergte 300 Menschen auf kleinstem Raum. Der Chief hier hat 17 Frauen. Wir wanderten durch diese engen Gassen, sahen dann auch den Chief auf seinem Tron sitzen und er erklaerte uns, welche Bedeutung die verschiedenen Schreine in der Umgebung fuer die Menschheit haben. Die Menschen hier sind weder Christen noch Moslems, sondern leben weiterhin nach ihre alten Ritalen. Sie haben viele Opferschreine wo Ziegen, Schafe, Huehner, Rinder oder Esel geopfert werden, um die Geister zu besaenftigen oder um Krankheiten zu beseitigen etc.

Nur wir Maenner, also ich und der Belgier sind dann noch weiter zu den heiligen Schreinen gewandert. Dort muss man Oben-Ohne rumlaufen, was die Frauen nicht wollten 🙂
Zuerst sahen wir die Donkey-Cave, ein Felsvorsprung wo unzaehlige Eselschaedel aufgebahrt waren. Anschliessend gingen wir zum groessten Heiligtum der Region, dem „Ba’ar Tonna’ab Ya’nee“ Schrein. Dort waren bereits Unmengen an Opferungen vorgenommen wurden, die Waende waren mit Sheabutteroel eingerieben, Knochen lagen herum. Der Schrein selber lag unter einem engen versteckten Vorsprung hoch oben auf einem der Huegel der Region. Ich fand die Tour dorthin sehr interessant. Fotografieren des Schreins selber war nicht gestattet.

An diesem Tag hatte der Harmattan, ein heisser, trockener, staubiger Wind aus der Sahararegion zugeschlagen, sodass sehr viel Saharasand in der Luft war und die Sicht entsprechend schlecht. Der Taxifahrer hat auch ein Schaf ueberfahren und Mohammed wollte immer wieder versuchen, dass wir Obrunis diese Rechnung begleichen, aber das haben wir nicht gemacht.

Naja jedenfalls waren wir ziemlich kaputt nach dem langen Tag, assen dann abends noch was, besorgen uns das Busticket nach Kumasi, wo ich jetzt auch grad sitze. Wie gesagt der Plan fuer heute sieht noch vor nach Takoradi zu fahren (ans Meer) von dort weiter zur Green Turtle Lodge, die toll sein soll. Naja mal sehen…

Bis dahin wieder ein afrikanischer Gruss
Euer Mirko

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3 Antworten zu “Ghana – Bolgatanga und Umgebung

  1. Renz writes:

    hallo ihr beiden,das sind ja wieder ne menge erlebnisse. da bin ich doch ziemlich neidisch. bin jeden tag auf deiner seite und lese mitz begeisterung eure berichte. wünsch euch noch eine schöne restliche zeit in ghana. genießt es.grüße von sandrarenz

  2. Hans-Dieter writes:

    Hallo Hans Peter,mit grossem Bedauern habe ich zur Kenntnis genommen, dass Sie übermorgen wenn die Deutsche Fussballnationalmannschaft auf die Englische trifft nicht neben mir auf dem Kommentatorensessel platz nehmen werden, da Sie sich ja in Äquatornähe zur Erholung aufhalten…….so, hoffe du ärgerst dich ein bisschen…Geschichten hier, Swimmingpool und so….Mittagshitze…Safari….Kalt isses hier und Schnee soll auch kommen…bleibt bloss wo Ihr seit!!!!!Grüsse aus dem Büro RadebergRollo

  3. Rollo writes:

    mach mir grad noch Gedanken wegen der Schafaktion…der Taxifahrer hat ja seinen ganzen Vedienst eingebüsst..is ja so, dass es nicht passiert wäre wenn er Euch nicht mitgenommen hätte…kann mir gut vorstellen das sie nicht Verstanden haben dass Ihr das nicht bezahlen wolltet….Grüssle Rollo

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