Myanmar – Trekking in den Shanbergen

So liebe daheim gebliebenen,
Heute mal wieder eine Meldung aus dem birmesischen Hinterland. Die letzten Tage verbrachten wir in Hsipaw, einem kleinen Ort inmitten der Shanberge. Anreise war mit dem Zug. 4:35 Uhr ging es puenktlich los. Naja und nach etwa 14 Stunden erreichten wir den ca. 200 km von Mandalay befindlichen Zielort. Immer mal wieder hielt der Zug aus uns unergründlichen Ursachen an und wartete. Aber auch wenn er fuhr, dann war es wie eine Fahrt mit einer Achterbahn auf dem Jahrmarkt. Hin und her und hoch und runter wurde man geschüttelt.


Wir fuhren auch über das Gokteik Viadukt. Es wurde noch vor etwas über 100 Jahren von den Briten erbaut und galt als eine technische Meisterleistung zu der Zeit. Das Viadukt überspannte eine gewaltige Felsschlucht, von wo aus man auch einen Wasserfall sehen konnte.

Wie gesagt nach 14 Stunden Fahrt kamen wir ziemlich Trainwashed (Brainwashed) in Hsipaw an und waren zu keinem klaren Gedanken mehr fähig. Einfach nur noch in Mr. Charles Guesthouse einchecken und Schluss.

Den nächsten Tag besuchten wir den Wasserfall in der Umgebung. Es war schön dort. Man wanderte durch Reisfelder, Bananenplantagen, durch kleine Dörfer mit Wasserbüffeln, Schweinen und Hühnern und überquerte mehrmals den kleinen Fluss um dann am Fuße des Falls in einem kleinen Pool zu baden.


Tags darauf radelten wir etwas durch den Ort, besuchten eine kleine Werkstatt wo Shan-Taschen hergestellt werden und kauften dort auch eine. Haben Shan-Nudeln gegessen, paar Brocken Shan gelernt und so weiter. Die Shan sind sowohl eine Volksgruppe mit eigener Sprache, Fahne und Traditionen, als auch ein Bundesstaat in Myanmar.

Die darauf folgenden beiden Tagen waren wir mit zusammen mit einem australischen Pärchen und einem Guide unterwegs durch die Shanberge. Ziel war es einige der Dörfer der Palaung, einem Bergvolk hier zu besuchen.

Der Trek war klasse. Am ersten Tag wanderten wir ca. 7 Stunden durch tolle Natur hinauf auf 1300m Höhe (Ausgangshöhe war etwa 400m). Zuerst ging es durch Shan-Doerfer. Die Shan bauen ihre Dörfer nur dort, wo man leicht Zugang zu Wasser hat, und wo es flache Ebenen gibt, auf denen sie Ihre Felder haben können.

Die Palaung dagegen haben ihre Dörfer immer auf den Berghöhen. Sie bauen vorwiegend Tee auf den sehr steilen Hängen der Berge an, aber auch Bergreis, Bananen und verschiedenes anderes Gemüse. Wir erreichten das erste Palaungdorf etwa zur Mittagszeit. Hier sollten wir später auch übernachten. Der Dorfchief lud uns in seine Hütte ein und es gab Reis mit verschiedenen Gemüsecurries zum Mittag.

Der Chief selber war schon etwas durcheinander (aber nur an diesem Tag), denn es war Vollmondtag, was hier als ein Anlass zum feiern gilt. Reisschnaps ging die Runde und der Chief war auch schon etwas angetuedelt. Aber er war ein sehr netter sympathischer Mensch, der sofort Kontakt zu uns suchte. Anscheinend beherrschte er aber nur etwa 2 Saetze Englisch, und die waren: How are you! and What is your name? Aber auch diese beiden hatte er etwas durcheinander gebracht, denn ich hieß dann ‚Fine‘ und Ivy hieß ‚Me too‘ 🙂

Wir wanderten dann am Nachmittag noch zu einem 2. Dorf der Palaung. Der Weg war dann weniger anstrengend, aber meine Fuesse haben gesagt: Nitschewo – hier hasst du 2 wunderschöne große Blasen an der Ferse. Naja und mit denen quäle ich mich grad noch etwas herum.

Übernachtet haben wir dann wie schon gesagt beim Dorfchief in seiner Hütte. Sie stand auf Stelzen. Unten war das ‚Schlafgemach‘ der Wasserbüffel und Pferde, Hunde und Hühner. Und darueber schliefen wir. Es lag ein Haufen Erdnüsse im Zimmer rum, was für nächtliche Besucher sorgte. Es rumpelte, knackte und schmatzte die ganze Nacht. Möglich waren es ein paar Eichhörnchen oder sowas oder aber ein paar Mäuse, die uns da besuchten.

Tags darauf ging es nur den Berg wieder hinunter, sodass wir im Guesthouse Mittags schon wieder ankamen. Meinen Fuessen war es recht.

So und heute sitze ich jetzt wieder in Mandalay. Mit dem Bus gings heute (nur 5 Stunden) zurück.
Gerade eben waren wir europäisch essen. Ja ich schäme mich ja auch, aber der Burger war klasse und manchmal hat man genug von Reis und Shannudeln.

Wir lassen uns hier immer mit dem Trishaw herumfahren. Das ist eine Art Fahrradrikscha, wo die beiden Passagiere sich Rücken an Rücken sitzen. Unterwegs fahren immer Mopeds an einem vorbei und die Menschen sprechen dich dann an und fragen wo man herkommt und so. Sehr nette Menschen gibts hier.

Morgen gehts mit dem Boot nach Bagan, wo dann mal wieder Unmengen an alten Tempeln und Pagoden auf uns warten. Davon aber später mehr…

Liebe Gruesse an alle!
Mirko und Ivy

2 Antworten zu “Myanmar – Trekking in den Shanbergen

  1. Horst writes:Hallo "Fine" und "Me too"das waren ja Erlebnisse der besonderen Art in den Bergen von Hsipaw. Seid froh, dass neben euch Erdnuesse herumgelegen haben, sonst waeret ihr angeknabbert worden und haettet bald die Tollwut. Es freut uns, dass es euch so gut geht und alles fast nach Plan laeuft. Nun seht ihr also wieder viele goldene Tempel und Pagoden. Lasst sie alle stehen und macht es nicht wie jetzt hier in Goettingen ein paar dreiste Raeuber, die vom 72m hohen Turm einer Kirche ueber ein Baugeruest die kupfervergoldete Turmspitze geklaut haben. Ihr seht daran, wo eigentlich die heile Welt ist. Es ist schoen, dass ihr sie erleben duerft.Wir wuenschen euch noch weiterhin alles Gute auf der Reise.Den Muenchner Schweinepestlern geht es inzwischen wieder so gut, dass wir am Wochenende zu ihnen zu Besuch fahren. Deine Geschwister lesen die Berichte auch immer und sind begeistert neidisch.Nach kurzem goldenen Herbst( wir waren wandern) ist es jetzt wieder ein total trueber Herbst geworden: kalt, nass und dunkel. Aber ihr koennt trotzdem nicht laenger wegbleiben.Bis zum naechsten mal, tschuess von uns. Liebe gruesse auch an Ivetta.

  2. Carita writes:Hey Mirko und Ivy,Uns Muenchnern geht es wieder prima.Meine Ferien waren sehr langweilig!Ihr Abendteuerlustigen habt es besser gehabt.Aber jetzt sind Oma&Opa bei uns uebers Wochenende zu besuch da. Das wird ein Spass!!!Viele weitere spannende und lustige Erlebnisse im Urlaub wuenscht euch CARTITA

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