Myanmar – Zurueck auf den ausgetretenen Touristenpfaden (Bagan und Inle-See)

Mingalaba,
Grad sitz ich bei Generatorgeknatter in dem schoenen kleinen Ort Nyangshwe, etwa 5 km vom Inlesee entfernt. Lange ist der letzte Bericht her und wir haben sehr viel in der Zwischenzeit erlebt. Im Prinzip haben wir uns nun in den Reigen der vielen (hauptsaechlich deutschen) Touristengruppen eingereiht und uns die Haupttouristenorte Bagan und Inlesee angesehen. Ich meine, nicht das ich es bereut haette, aber wie anders waeren diese Orte vor 10 Jahren gewesen, wo man sie fast alleine haette. Naja.

Fang ich mal kurz in Bagan an: Bagan ist ein relativ grosses Areal wo heute noch ueber 2000 Pagoden auf doch recht engem Raum zusammenstehen. Frueher sollen es noch mehr gewesen sein. Alle wurden zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert gebaut, durch diverse Erdbeben zerstoert und viele wurden heute wieder aufgebaut. Bei manchen denkt man nicht mehr, dass sie so alt sind.
Wir haben uns nach einer langen, teilweise etwas langweiligen Bootsfahrt den Irrawaddy hinunter in Nyang U im New Park Hotel eingemietet. Ein schoenes kleines ruhiges Hotel war das. Die Bootsfahrt fuehrte uns am Anfang an den Sagaing Hills mit den vielen Kloestern und goldenen Pagoden vorbei, war dann lange Zeit ziemlich oede, aber am Ende sahen wir schon die ersten alten Ruinen und Pagoden von Bagan und unser Entdeckungsdrang wuchs wieder. Es war schon abends als wir ankamen, sodass wir nichts mehr ausser indisch essen gehen konnten.

Den naechsten Tag mieteten wir uns ein Fahrrad, kauften uns eine Karte und besuchten diverse Tempel und Pagoden in der Umgebung. Zuerst den goldensten (Shwezigon), spaeter den Ananda Tempel, dazwischen viele andere und Sonnenuntergang gabs von der Shwe San Daw Pagode. Anscheinend treffen sich dort abends alle Touristen. Es war gerammelt voll dort oben und das hat etwas die Atmosphaere gestoert. Die Aussicht dagegen ist wirklich atemberaubend. Man kann seinen Blick drehen und wenden und ueberall sieht man die Spitzen der einzelnen Pagoden aus der Ebene hervortreten. Am Horizont erkennt man ein paar Berge aber ansonsten ist es hier eine sehr trockene heisse und flache Landschaft.


Die darauffolgenden beiden Tage haben wir uns eine Kutsche gemietet und der Tag sah in etwa so aus:
4:30 Uhr aufstehen, um 5 war Abfahrt zu einem Tempel, wo wir den Sonnenaufgang betrachteten. Einmal hatten wir eine goldene Pagode dabei sogar ganz fuer uns alleine. Dann gabs Tee irgendwo in einer Teestube. Und dann Tempel gucken und Tempel gucken, Neinsagen zu den vielen Verkaeufern von Malereien und anderen Souvenirs, Staunen ueber faszinierende alte Malereien in den Tempel, und letztendlich dann auch wieder Sonnenuntergang irgendwo.


In Mandalay haben wir ein amerikanisches Paerchen getroffen, die schon seit Jahren immer wieder nach Myanmar reisen. Auf die Fragen hin, wann sie das letzte Mal in Bagan waren, sagten sie, dass das schon lange her sei. Ihre Erinnerungen wollten sie sich nicht kaputtmachen lassen. Es muss vor 10 Jahren oder so um ein vielfaches faszinierender hier gewesen sein. Heute wurde ein potthaesslicher Aussichtsturm hingebaut, den keiner braucht. Das neugebaute Archaeologische Museum ist auch viel zu dominant und es nervt schon ziemlich an jedem Tempel die gleichen Fragen und Souvenirs angeboten zu bekommen.
Naja faszinierend war es trotzdem.

Nach 3 Tagen Tempelguckens entschieden wir uns doch noch einen weiteren Inlandsflug zu machen und flogen dementsprechend ueber Mandalay nach Heho. Von hier aus ging es weiter zum Inle-See wo ich jetzt auch noch bin. Haben den Ort Kalaw auslassen muessen, obwohl man dort gute Treks machen kann.

Nach der gestrigen Ankunft hier entschieden wir uns noch eine kurze 3 stuendige Kanutour auf dem See, beziehungsweise den vielen Kanaelen hier zu machen. Dabei besuchten wir eine Pagode – was sonst :-). Halt machten wir auch in einem Kloster wo im Moment 2 Moenche leben. Einer davon begruesste uns freundlich, bot uns Fruechte an und unterhielt sich angeregt mit uns. Er war sehr gebildet – kannte alle deutschen Kanzler/innen – auch die Tschechische Geschichte war im nicht fremd. Er konnte sich sogar an spezielle Fussballspiele, wie bspw. 2006 bei der WM Deutschland gegen Italien erinnern. Naja und so weiter. Es war spassig mit ihm zu reden. Dann zeigte er uns noch sein altes Fotoalbum.
Den Sonnenuntergang sahen wir dann noch aus dem Fenster ’seines‘ Teakholzklosters ehe wir uns wieder zurueck zum Ort schippern liessen.


Heute hatten wir eine Bootstour auf dem Inle-See selbst auf dem Programm. Der See ist wunderschoen gelegen. Auf etwa 900 m Hoehe gelegen ist er im Osten und Westen von den hohen Shanbergen umgeben. Das Wasser ist wunderschoen klar.
Die Intha, die hier lebende Volksgruppe hat ihre Doerfer auf Stelzen im See gebaut. Auch schwimmende Gaerten haben sie angelegt. Hier werden Tomaten, Gurken und diverses anderes Gemuese auf kuenslich auf dem Wasser schwimmenden Beeten angebaut und reichlich geerntet.

Die Fischer haben sich hier eine eigenartige Rudertechnik angeeignet. Sie stehen auf dem Kanu, haben ein Bein um das Paddel gewunden und rudern quasi mit diesem Bein. Dadurch haben sie die Arme frei um zu fischen.

Wir besuchten auch 2 Pagoden, wobei an einer gerade ein Festival abgehalten wurde. War fast wie Jahrmarkt. Daneben laufen aber die Moenche und Novizen staendig um die Pagode mit ihren Almosenschalen und sammeln Reis und andere Lebensmittel ein.

Ausserdem wurden wir zu diversen Handwerksfabriken gefahren. Wir sahen eine Zigarrenfabrik, konnten zusehen, wie Papier hergestellt wurde und dann daraus Bambusschirme gebaut wurden, sahen ausserdem noch einen Silberschmied und eine Weberei. Hier werden auch Schals nur aus Lotos hergestellt.
Das war natuerlich immer verbunden mit einem Besuch des eigenen Shops 🙂

Naja so ist es in etwa gewesen. Es war ein schoener Tag! Und 2 weitere volle Tagen haben wir hier ja noch am See und dessen Umgebung ehe es am Donnerstag nach Yangon zurueckgeht und am samstag LEIDER zurueck nach Deutschland. Kann mir grad nicht richtig vorstellen wieder daheim zu sein.

Also ihr werdet ja sehen, ob ich am Sonntag puenktlich in Dresden lande 🙂
In diesem Sinne – beste Gruesse aus dem jetzt hier am Inlesee doch etwas kaelteren Myanmar. Naja was heisst kaelter – nur abends kuehlt es sich schoen ab, waehrend es tagsueber bestimt immer so 28 – 30 Grad sind. Regen habe ich schon wochenlang nicht mehr gesehen.

Hoffe ihr seid etwas neidisch geworden!

Mirko und Ivy

Eine Antwort zu “Myanmar – Zurueck auf den ausgetretenen Touristenpfaden (Bagan und Inle-See)

  1. Anonymous writes:Hallo,ihr zweies hilft nichts, ihr muesst wieder nach Hause kommen, auch wenn es euch noch so gut gefaellt. Wir koennen ja tauschen, als naechstes fahren wir nach Myanmar und erzaehlen euch dann von unseren Erlebnissen. Wir freuen uns , dass ihr so schoene Ausfluege und Erlebnisse hattet und noch haben werdet. Mit Interesse haben wir den letzten Bericht verschlungen. Wir sind schon gespannt auf die Fotos.- Bei uns ist es zur Zeit kalt und regnerisch, auch in Muenchen, wo wir letztes Wochenende waren. Grosse Ausfluege konnten wir da nicht machen. Wendy hat uns ihre Schule gezeigt und ansonsten sind wir an der Wuerm entlang spaziert. Wegen Chor und Sport sind wir am Montag zurueck gefahren.- Deinen Pflanzen geht es noch gut. So, wir wuenschen euch noch viele schoene Erlebnisse , verpasst den Rueckflug nicht. Es gruessen euch herzlich Mutti und Vati!

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