Malawi – Wanderungen satt in Zomba, Mulanje Mountain und durch Teeplantagen

Muli Bwanji!

Ein hallo mal wieder aus dem Zentrum Afrikas. Heute bin ich wieder in Zomba, wie beim letzten Bericht auch schon. Hier gibts wenigstens Internet und das Klima ist angenehm.

Die letze Woche haben wir vorwiegend mit Wandern verbracht. Zuerst fuhren wir mit unserem Auto hinauf aufs Zomba Plateau, einem Gebirgsstock direkt hier vor den Toren der Stadt, welches auf ueber 2000m aufsteigt. Untergekommen sind wir in der superschoenen Forellenfarm, wo wir eine kleine Steinhuette hatten, mit Kamin und Kueche, wo man auf offenem Feuer kochen konnte. Hier verbrachten wir 3 Naechte und unternahmen immer Tageswanderungen.

Eine davon fuehrte uns auf den hoechsten Berg des Zomba Plateaus und zum sogenannten Chingwe’s Hole. Das ist ein Loch im Berg, wo es Legenden gibt, dass es bodenlos ist. Frueher wurden hier Feinde hinuntergeworfen oder auch Leichen bestattet. Es war heute ziemlich zugewachsen, aber man konnte schon etwas runtergucken. Ging zumindest ganz schoen tief runter. Kleine Verkaufsstaende gabs hier wo man alle moeglichen Gesteine kaufen konnte – gleich 4 davon und viele Besucher kriegen die auch nicht ab hier. Haben 2 kleine Stuecke gekauft – Quarzkristalle und sowas gabs hier.
Die 2. Wanderung fuehrte uns zu 2 Aussichtspunkten. Einer davon hiess Emperor’s View. Hier hat King Selassie, der Koenig von Ethiopia, mehrere Tage meditierend verbracht. Nach ihm wurde der Aussichtspunkt benannt. War sehr schoen, aber die Luft ist sehr diesig hier in der Trockenzeit, sodass man nicht bis zum Malawisee schauen konnte.



Nach Zomba fuhren wir nach Blantyre, dem Hauptgeschaeftszentrum Malawis. Wir machten ein paar Besorgungen hier, denn bald sollte es auf einen 3 Tage Trek durch das Mulanje Massiv gehen. Dabei muss man alles Essen mitschleppen.

Die Fahrt nach Mulanje selbst fuehrte durch riesige Teeplantagen. Hier um Thyolo befindet sich das Hauptanbauzentrum von Tee – einem Exportschlager Malawis. Auf dem Rueckweg wollten wir die uns etwas genauer anschauen.

 In Mulanje entschieden wir uns wie gesagt fuer einen 3 Tages Trek hinauf in die Berge. Der Ausgangspunkt lag bei ca. 750m ueber Meer und das Massiv steigt auf bis ueber 3000m. Ganz so hoch hinaus wollten wir nicht, aber am ersten Tag ging es hinauf zur Chambe Hut, einer Berghuette auf 1850m Hoehe. Sie war wunderschoen gelegen und man hatte einen Blick auf dem Chambe Peak, einer Felswand die bis ca. 2500m hoch ist. Kalt war es nachts geworden – hatte man wenigstens die Fleecejacken nicht umsonst mit.
Wir mieteten uns einen Traeger und einen Guide, was glaub ich ne gute Entrscheidung war, denn es war verdammt steil da hinaufzukraxeln.

Am 2. Tag war die Wanderung weniger anstrengend und fuehrte etwa immer auf der selben Hoehe bis zur Litchenya Hut, einer weiteren der vielen Berghuetten hier. Fast immer waren wir schon mittags am Zielpunkt, sodass wir nachmittags etwas ausruhten, Bao spielten oder kleine Spaziergaenge machten.

Am 3. Tag gings wieder runter zurueck nach Mulanje Town. Wir goennten uns eine excellente Pizza und blieben noch eine Nacht in der Stadt. In den Bergen waren wir etwas knapp mit essen – Ivy wollte es dem Traeger leicht machen und das gipfelte darin, dass es am 3. Tag kein Fruehstueck mehr gab. Naja es ging grad noch so. Jetz muckert mein Knie etwas, weil der Abstieg so gestaucht hat. Naja auch das wird werden.
Die Landschaft dort oben war sehr schoen – faszinierende Vegetation und schroffe Berge gab es zu bestaunen. Es gibt hier Mulanje Zeder als eine spezielle Baumart, die nur hier auf natuerliche Weise lebt. Das riecht soo gut – Ivy hat sich schon 2 Stuecke in den Rucksack gepackt und wird es mitbringen.


Gestern sollte es endlich nun in Richtung See gehen – gekommen sind wir allerdings nur bis Zomba. Wir besuchten unterwegs noch die Satemwa Teeplantage. Das ist Malawis erste Fair Trade Teeplantage. Zur Teeverkostungen kamen wir allerdings nicht, da man sonst den ganzen Tag haette dort verbringen muessen. Stattdessen spazierten wir durch die Plantagen, beobachteten die Teepfluecker und genossen das herrliche gruen um uns herum.


Naja und nun sitzen wir hier in Zomba. Mein neues Handy wird grad „unblocked“, sodass ich meine deutsche SIM Karte darin verwenden kann. Ivy hat naemlich mein altes Handy an den Guide verschenkt 🙂 So hatte es wenigstens noch einen Nutzen – ich hoffe nur der Typ hier macht das neue Handy nicht kaputt. Gestern gingen wir auf die Suche nach einem, der eben dieses unblocken erledigen kann und kamen dabei an einen „Mobile Phone Repair Expert“ Laden. Der Laden bestand aus einer Bretterbude aus 1m x 1m Grundflaeche und wir setzen uns davor auf ne kleine Bank – war bissel wie Besuch eines Gefaengnisinsassen, denn zwischen uns und dem Experten gab es ein Gitter. Der Experte meinte, dass das was wir wollen mit diesem Handy ueberhaupt nicht zu machen ist. Stattdessen wollte er meine Handynummer haben und mein Freund sein. Aber in dem Laden wo wir jetzt sind, kriegen die das bestimmt hin.

Heute fahren wir mit frisch gewaschenem Auto nach Cape Maclear am Malawisee, wo wir die naechsten 3-4 Tage verbringen werden. Dort gibts bestimmt wieder kein Internet, also erst danach gibts eventuell mal wieder was neues aus Malawi. Und zum Abschluss wartet ja noch der South Luangwa Nationalpark in Sambia auf uns. Die Zeit vergeht wie immer sher schnell – nur noch 1,5 Wochen und schon ist wieder Schluss.

Heute muckert mein Magen das erste mal etwas rum, aber Kohle und Konsorten werden das schon richten. Also es geht uns jedenfalls sehr gut hier unten – die Menschen sind ueberall soo freundlich!

Das solls gewesen sein – mit afrikanischem Gruss winken Mirko und Ivy zurueck in die Heimat!!
Bis bald!

2 Antworten zu “Malawi – Wanderungen satt in Zomba, Mulanje Mountain und durch Teeplantagen

  1. He writes:mensch das klingt ja alles fantastisch, gut riechende Bergzedern, wandern auf den Spuren des Lord of the Lords, King of Kings Emperor Haile Selassie I :-)….wobei wir auch grad noch ne schöne Altweibersommerwoche erleben…fahrn heute noch mal abbaden in den Hattsteiner Weiher.Grüße auch von Nicole und FriedaRollo

  2. Horst writes:Hallo, ihr seid ja ganz schoen aktiv gewesen, und das auch noch bei spaerlicher Kost. Da ist die Magenverstimmung vielleicht nur Hunger. Nun verbleibt ja nur noch 1 Woche, dafuer habt ihr aber noch ein Highlight, den Nationalpark in Sambia, vor euch. Gruesse von Ina, die ja dort auch schon war. Jan war gestern mit dem Fahrrad hier, er interessiert sich auch fuer eure Reise. Uns gehts gut, auch wenn das schoene Wetter jetzt zu Ende geht, macht euch darauf gefasst, wenn ihr hier ankommt.Alles Gute weiterhin und herzliche Gruesse von den Oldies.

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