Indien 2013 – Tempeltour durch Karnataka (Badami, Hampi, Belur, Halebid)

Hallo zusammen,
langsam geht unsere Rundreise durch Suedindien zu Ende. Wir befinden uns gerade in Bangalore, der Hauptstadt von Karnataka, die auch sowas wie das Silicon Valley Indiens ist. Hier leben rund 8,5 Millionen Menschen und ist ein Zentrum der Computer und Softwareindustrie.

Angekommen sind wir heute Mittag mit dem Bus aus Hassan. Das indische Bussystem ist wirklich gut. Man kommt zum Busbahnhof und spaetestens 5 – 10 Minuten spaeter faehrt auch schon einer ab. Von Hassan nach Bangalore zum Beispiel geht ein Bus alle 5 Minuten.
Hier in Bangalore ist alles ziemlich modern. Es gibt grosse Einkaufszentren, ueberall entstehen neue Hochhaeuser, eine Metro ist im Bau und die Jugend benimmt und kleidet sich wie bei uns in Europa, es gibt MC Donalds (aber keine Burger aus Rindfleisch). Kurzum hier faellt man als westlicher Tourist mal nicht so auf. Anders war es in den Regionen aus denen wir gerade gekommen sind.

Tempel von Halebid

Tempel von Halebid

In den letzten Tagen haben wir uns einige historische und kulturelle Highlights hier in Karnataka angesehen. Angefangen haben wir in Badami im Norden. Hier gibt es Hoehlentempel aus dem 5. bis 7. Jahrhundert. In den blanken Fels eines Bergmassivs gehauen, bergen sie fantastische Steinmetzkunstwerke. 4 Hoehlen gibt es und eine ist schoener als die andere. Naja zur letzten koennen wir nicht viel sagen, da wir diese nur kurz von aussen haben sehen koennen, weil uns dann die aggressive Horde von Affen hat kapitulieren lassen. Die versuchen die Taschen und Rucksaecke zu ergattern, haben weder Angst vor uns noch lassen sie sich durch irgendwelche Gebaerden unsererseits verscheuchen. Ziemlich unangenehm waren die und wir traten lieber den Rueckzug an. Vom Affen gebissen oder gekratzt zu werden, das wollten wir uns unbedingt ersparen.
Nachdem wir also die Hoehlen mehr oder weniger genossen hatten, liefen wir durch das Staedtchen Badami, vorbei an schoenen Moscheen und durch kleine belebte Gassen, bis wir zum Eingang zum noerdlichen Fort gelangten. Hier ging der Weg wieder hinauf auf den Berg, wo die Ruinen einer Festung und diverse andere Tempel standen. Ein Guide schloss sich uns an und wir wanderten mit ihm letztendlich den Rest des Tages herum. Er erklaerte uns immer was, fuehrte uns auch zu einem schoenen Aussichtspunkt hoch ueber der Stadt und zeigte uns eine weitere kleine versteckte Hoehle. Leider verlangte er am Ende etwas viel Geld. Naja..

In der Umgebung von Badami befinden sich noch die Staedtchen Aihole und Pattadakal. Sie waren Hauptstaedte des einstigen maechtigen Reiches Chalukya. Pattadakal beherbergt einen tollen Tempelkomplex mit wunderschoenen Skulpturen an den Waenden und steht auf der UNESCO Heritage Liste.
Aihole dagegen ist heute mehr oder weniger ein kleines Dorf mit ueber 100 Tempeln, die im Moment ungeschuetzt herumstehen und teilweise als Viehstall dienen. Aber hier ist im Moment ein Umsiedlungsprogramm in Vorbereitung. Die Bewohner des Ortes werden ihre Haeuser verlassen muessen und bekommen stattdessen an anderer Stelle neue – so zumindest der Plan.

Wir fuhren hier mit einem Rikshafahrer herum, der uns beide Orte zeigte und noch ein paar andere Tempel mehr. Am Nachmittag besuchten wir noch einen Tempel wo es ein kleines Bassin gab mit angeblich sauberem Wasser aus einer Quelle. So schlimm sah das Wasser nicht aus und die Hitze des Tages liessen mich schwach werden. Ich tat es den Indern gleich, zog mich bis auf die Unterhose aus, bezahlte meine 2 Rupies und badete dort, natuerlich beobachtet und wohl auch belaechelt von den vielen anwesenden Indern. Hoffentlich war das nicht allzu dumm von mir, aber bis jetzt hat es mir nicht geschadet. Im nachhinein hatte ich bissel Angst wegen der Wasserqualitaet und ob man sich hier nix wegholt. Naja wird schon gutgegangen sein. Soviel jedenfalls zu der Umgebung von Badami.

Von hier aus fuhren wir wieder mit den Bussen ueber Hospet nach Hampi. Hampi ist eine weitere Stadt, wo deren unzaehlige Ruinen heute zum UNESCO Weltkulturerbe gehoeren. Ivy war hier vor 6 Jahren schon einmal und hat mir von deren Schoenheit immer berichtet. Umgeben von Bergen uebersaeht mit riesigen Steinkugeln befinden sich hier Unmengen an Ruinen von Tempeln, aber auch von Resten der ehemaligen Koenigspalaeste. Viele der Ruinen sind nicht mehr sonderlich gut erhalten, aber ihre pure Anzahl allein ist schon ueberwaeltigend.
Als wir ankamen jedoch waren wir beide eigentlich entsetzt und traurig was aus dem Oertchen Hampi Bazaar passiert ist. Auch hier hat die Regierung ein Umsiedlungs- bzw. Ruinenerhaltungsprogramm gestartet, was dazu gefuehrt hat, das so nahezu alle Wohnhaeuser und kleinen Laeden die im Umkreis des Flusses oder des Virupakshatempels standen, heute leer, verlassen und kaputt herumstehen. Der ehemals belebte kleine Bazaar existiert quasi nicht mehr. Warum das passieren musste verstehen wir nicht. Heute gibts quasi 2 Arten von Ruinen hier in Hampi, die schoenen alten und dazwischen die neuen. Bleibt nur zu hoffen, dass die ganzen Umbaumassnahmen die Ruinen wirklich schuetzen und dass die Menschen, die hier ihren kleinen Laden oder ein Guesthouse hatten irgendwie wieder was neues starten koennen. Entschaedigung gar wird es garantiert keine gegeben haben und ob der Ort wohin sie umgesiedelt werden sollen (weg von den Ruinen) sich fuer einen Neustart eignen wird, ist zu bezweifeln, denn dorthin kommt ja kein Tourist.

Die Umgebung von Hampi laed zum Erkunden ein...

Die Umgebung von Hampi laed zum Erkunden ein…

Na jedenfalls ein paar Gaestehaeuser gibt es noch und so bekamen wir ein schoenes kleines Zimmer hier gegenueber eines Chillout-Restaurants, wo wir in den folgenden 3 Tagen auch Stammgast wurden. Vormittags erwanderten oder erradelten wir uns die Tempel und Ruinen der Umgebung, wovon einige noch wahre Kunstwerke waren, ehe wir die Hitze des Tages dann entspannt im Zimmer oder in besagtem Restaurant verbrachten.
Die Tempel und Ruinen entstanden im uebrigem aus dem 13. – 16. Jahrhundert herum. Zur Bluetezeit des einstigen maechtigen Koenigreiches lebten in Hampi oder wie die Hauptstadt frueher hiess Vijayanagar, ueber 500.000 Menschen und es war ein bluehendes Zentrum des Handels mit Edelsteinen und Haendlern aus fernen Laendern. All das aber endete abrupt als 1565 eine Konfoederation aus muslimischen Sultanaten Hampi einnahmen und dem Erdboden gleich machten.

Ach ja Lakshmi hab ich noch nicht erwaehnt. Sie ist der unglaublich suesse und intelligente Tempelelefant hier im Virupakshatempel. Gibt man ihr eine Muenze, so gibt sie dem Geber einen kleinen Segen, indem sie ihren Ruessel auf den Kopf des Gebers legt. Gibt man ihr einen Geldschein so dauert das ganze so lange bis das Foto gemacht wurde. Wir gaben ihr eine kleine Banane und kuschelten uns an ihren Ruessel. 🙂

Von Hampi ging es dann weiter suedlich nach Belur und Halebid, wo jeweils beeindruckende Tempel aus dem 11. Jahrhundert stehen. Die gesamten Waende der Tempel sind von oben bis unten mit bestens erhaltenen Steinskulpturen und Steinschnitzereien uebersaeht, deren Qualitaet und Detailreichtum man schwer beschreiben kann. Ich versuch es also gar nicht erst. Schaut euch paar Fotos an, die ich demnaechst hochladen werde, oder fahrt selbst hier her. Jedenfalls hat sich die lange anstrengende Fahrt gelohnt.

Naja und jetzt sind wir wie gesagt in Bangalore, haben unseren Flug nach Delhi in den Norden fuer Sonntag frueh organisiert und werden sehen, was wir bis dahin noch unternehmen werden.

Seid lieb gegruesst
Mirko & Ivy

2 Antworten zu “Indien 2013 – Tempeltour durch Karnataka (Badami, Hampi, Belur, Halebid)

  1. Anonym writes:..und das Bad? war´s erfrischend?? Noch alles dran? War Ivy auch mit drin? 🙂 Rollo

  2. Rollo writes:He Kanzler, warum müssen denn die Leute in dem Dorf ihre Häuser verlassen? Mit winterlichem Ostergruß Rollo

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