Südtirol 2014 – Terenten, Bruneck und Tiefrasten

Mit einer Woche Urlaub vor der Brust und voraussichtlich schlechtem Wetter in Tschechien standen wir vor der Entscheidung was wir machen sollten. Nach einer kurzen Wetterrecherche entschieden wir uns kurzerhand nach Norditalien nach Südtirol zu fahren, um ein paar sonnige Tage mit über 20 Grad Celsius zu genießen und ein paar schöne Wanderungen in den Dolomiten zu unternehmen.

Unser Zielort war Terento, an der Sonnenstraße Südtirols – so benannt, weil hier angeblich die längste Sonnenscheindauer herrscht. Wir riefen in der „Pension Alpeggerhof“ an, mieteten ein Zimmer für 6 Nächte und ab ging es mit dem Auto von Prag über München und den Brennerpass in 6 Stunden Fahrzeit hinüber nach Südtirol. Hier wollten wir nun die nächsten Tage die Bergwelt der Zillertaler Alpen und der Dolomiten erkunden.

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Unsere Unterkunft: Die Pension Alpeggerhof in Terenten

Unsere erste Wanderung sollte uns gleich am darauffolgenden Tag zur Tiefrastenhütte mit dem gleichnamigen Bergsee führen. Die Hütte liegt etwa auf 2308 m über dem Meer. Los ging es direkt von unserer Pension, wo wir zu dieser Jahreszeit im Übrigen die einzigen Gäste waren. Der Weg führte an einem kleinen wilden Bach talaufwärts durch das Winnebachtal. Vorbei ging es an alten hölzernen Mühlen und am sogenannten Hexenstein. Um ihn ranken sich viele Legenden. Bei diesem sonderbaren Stein handelt es sich um einen Schalenstein. Nach Erzählungen der Alten hätten früher auf dem Stein Hexen mit dem Teufel getanzt und ihre Fußabdrücke hinterlassen.

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Eine der vielen herrlich gelegenen Ruheplaetze auf dem Weg zur Tiefrastenhuette

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Wo der Schnee wegschmilzt, da spriessen tausende Krokusse aus der Wiese.

Weiter führte uns der leicht ansteigende Weg hinauf zur Astnerbergalm, die aber noch nicht geöffnet hatte. Danach wurde es zusehends steiler und wir wanderten an einem Wasserfall entlang hinauf zu einer kleinen Schutzhütte direkt am oberen Ende des Wasserfalls. Hier gab es nun schon die ersten Schneefelder. Wo der Schnee Platz gemacht hatte, sprossen unzählige Krokusse aus dem Boden – ein herrliches Naturschauspiel!

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Enziane

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Aussicht zurueck ins Winnebachtal

Der Pfad ging nun im Zickzack immer weiter hinauf, aber leider wurden die Schneefelder immergrösser und der Pfad war total zugeschneit, so dass wir letztendlich entschieden nicht weiter aufzusteigen. Stattdessen gingen wir einen Teil des Wegs wieder Zurück bis zur Astnerbergalm und wanderten dann über den Gols und vorbei an den Erdpyramiden von Terento zurück zu unserer Unterkunft.

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Unzaehlige Krokusse wachsen auf den Bergwiesen zu dieser Jahreszeit

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Aber viel Schnee liegt noch auf den hoeheren Haengen

Mit riesen Blasen an meinen Füssen – das letzte Stück durch den Ort ging ich schon nur noch in Socken – erreichten wir die sehr schön gelegene Pension, machten eine deftige Brotzeit und tranken ein paar kleine Gläschen des leckeren Kalterer Rotweins.

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Mit Blasen an den Fuessen ging es die letzten Meter barfuss zurueck zur Unterkunft

 

Am nächsten Tag war nun doch das schlechte Wetter angekommen. Die hohen Berge der Umgebung waren in den Wolken versteckt und im Laufe des Nachmittags fing es an zu regnen. Meinen Füßen war es recht und wir besichtigten nur den kleinen Ort Bruneck unweit unserer Unterkunft. Ursprünglich wollten wir eines der Museen besichtigen, die der berühmteste Bergsteiger Reinhold Messner hier im Schloss Bruneck errichtet hat. Er hat bereits 5 solcher „Messner Mountain Museen“ eröffnet und arbeitet bereits am nächsten. Leider war auch dieses hier in Bruneck zu dieser Jahreszeit noch geschlossen – wie im Übrigen fast alle touristischen Einrichtungen wie Almhütten, Seilbahnen etc. Aber off-season bedeutet eben auch weniger Touristen, was natürlich ein auch ein Vorteil ist.

Wir aßen leckeres italienisches Eis, besichtigten ein paar der Kirchen des Ortes und spazierten nur durch die engen Gassen dieses recht schönen Städtchens.

Für die nächsten Tage war wieder herrliches Sonnenwetter vorhergesagt, so dass wir entschieden am nächsten Tag wieder die Bergwelt der Dolomiten zu erkunden. Auf dem Plan stand eine Rundfahrt um die mächtige Sellagruppe. Ein paar kleinere Wanderungen wollten wir machen. Im nächsten Teil dieser kleinen Serie werde ich weiter berichten. Natürlich auch wieder mit Fotos dieser herrlichen Gegend.

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