Südtirol 2014 – Rund um den Sellastock

Wie ich im vorherigen Bericht schon erwähnte, machten wir Anfang Mai 2014 eine Woche Wanderurlaub in Südtirol im Dolomitengebiet. Die ersten Wanderkilometer steckten schon in unseren Beinen und dabei haben wir festgestellt, dass in diesem Jahr zu dieser Jahreszeit noch recht viel Schnee auf den Bergen zu finden war. Also höher gelegene Bergtouren konnten wir noch nicht machen.

Unser Plan für den heutigen Ausflug (8.5.) war eine Mischung aus Rundfahrt durch die Bergwelt der Dolomiten, gepaart mit ein paar kleineren Wanderungen. Unsere Route sollte uns um das gewaltige Massiv der Sellagruppe führen. 4 Bergpässe waren zu bewältigen und wir hofften, dass alle auch schneefrei und mit unserem Auto zu passieren waren. Hier und da wollten wir anhalten, ein paar kleinere Wanderungen unternehmen und das gewaltige Bergpanorama auf uns wirken lassen.

Zunächst fuhren wir über Bruneck und Corvara hinauf zum Grödener Joch auf 2121 m über dem Meer. Hier sahen wir schon, dass die Wanderung entlang des Kolfuschger Höhenwegs, welche wir ursprünglich vorgesehen hatten, wohl eher nur schwierig machbar war. Hier oben lag noch überall Schnee. Wir versuchten die ersten Meter dennoch, denn die Wanderung versprach eigentlich eine relativ einfache Angelegenheit zu sein, bei der man ständig die großartige Aussicht auf die Nordwand des Sellamassivs genießen konnte. Die ersten 500 m kämpften wir uns noch durch den Schnee, dabei immer Ausschau haltend, wo der Weg eigentlich entlangführen sollte, aber irgendwann entschieden wir, dass es besser wäre nach etwas Anderem für unsere Wanderung Ausschau zu halten – etwas niedriger gelegenes, wo wir nicht mit nassen Füßen wandern und der Schnee schon weggeschmolzen ist und die unzähligen Blumen (Enziane, Krokusse) schon blühten.

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Panorama Richtung Corvara vom Grödener Joch

Zurück am Grödener Joch aber sahen wir, dass der Zufahrtsweg zur Bergstation Dantercepies (2305 m) relativ beräumt war, also entschieden wir uns da hinauf zu spazieren und die Aussicht von dort zu genießen. Herrlich präsentierte sich das gewaltige Sellamassiv und der imposante Langkofel (3181 m). Auch hörten wir, wie relativ große Gesteinsbrocken von den steilen Hängen herabrieselten und waren froh da nicht gerade zur gleichen Zeit entlangzuwandern. Nachdem wir die Dohlen gefüttert hatten, ihnen schmeckte der Apfel auch ausgezeichnet, bauten wir noch ein paar kleinere Schneemännchen und liefen dann zurück zum Auto.

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Grödener Joch mit Langkofel

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Langkofel

Weiter ging unsere Fahrt über das Sellajoch (2244 m) und hinauf zum Pordojjoch (2239 m), wo wir ein verspätetes Mittagessen hatten und dabei die Murmeltiere beobachten konnten. Ein Schild warnte uns, dass die Weiterfahrt wegen Lawinengefahr verboten sei, aber nach kurzer Frage vor Ort, meinten die Restaurantbesitzer, dass es ok und ungefährlich wäre weiterzufahren.

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die mächtigen Wände der Sellagruppe gesehen vom Pordojjoch

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Murmeltier

Über Arabba ging es schließlich weiter zum letzten der 4 zu bewältigenden Bergpässe, dem Passo di Campolongo auf 1875 m Höhe. Es war noch genügend Zeit auf der Uhr, so entschieden wir uns noch zu einer Wanderung zum Col Alt (ca. 2000 m), einem Berg oberhalb von Corvara.

Der Weg begann auf einer Höhe von ca. 1670 m und führte auf endlich schneefreien Wegen hinauf zum Col Alt, der Bergstation des ersten italienischen Sessellifts (gebaut im Jahre 1947). Der Weg führte über herrlich grüne Almwiesen mit allerlei blühenden Blumen (Enziane, Krokusse, Kuhschellen). Von der Sonnenterasse der Bergstation hatte man einen ausgezeichneten Rundblick. Egal in welche Richtung man sich auch drehte, so bot sich dem Auge ein beeindruckendes Alpenpanorama. Dieser kleine etwa 2 stündige Ausflug hat sich wirklich gelohnt und zählt im Nachhinein zu den schönsten Wanderungen die wir hier unternommen haben.

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Blühende Bergwiesen in der Nähe des Col Alt

Viele weitere Möglichkeiten zum Weiterwandern gibt es hier oben auf dem kleinen Plateau, aber die Zeit erlaubte uns nicht, die herrliche Gegend weiter zu erkunden. Unsere Mägen knurrten und so machten wir uns auf den Rückweg, kauften in Corvara noch ein paar Fläschchen Prosecco für den Abend – schließlich gab es etwas zu feiern (Jahrestag) – und gingen eine leckere italienische Pizza essen, ehe wir wieder zurück zu unserer Unterkunft in Terento fuhren.

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Aussicht vom Col Alt

Fazit: Ein herrlicher Tag – eigentlich sollte so oder ähnlich jeder Tag aussehen! 🙂

Im nächsten Teil werde ich Euch von den Pragser Dolomiten berichten, die wir am darauffolgenden Tag besuchten.