Südtirol 2014 – Die Pragser Dolomiten

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Der Pragser Wildsee gehört zu den schönsten Bergseen der Region

Willkommen zum 3. Teil meiner kleinen Serie über unseren Dolomitenaufenthalt Anfang Mai 2014. Hier soll es heute um die Pragser Dolomiten gehen. Diese Berggruppe der Dolomiten befindet sich zwischen dem Pustertal im Norden, dem Gadertal im Südwesten und dem Höhlensteintal im Osten. Ins Innere der Gruppe führt nur das Pragser Tal, das nach wenigen Kilometern zur Plätzwiese und zum bekannten Pragser Wildsee verzweigt. Große Teile gehören zum Naturpark Fanes-Sennes-Prags in Südtirol.

Zunächst fuhren wir mit dem Auto zum Pragser Wildsee, einem wunderschön gelegenen Bergsee auf 1.494 m Höhe. Beherrscht wird der See vom imposanten Massiv des Seekofels (2.810m). Entstanden ist er durch Bildung eines natürlichen Staudammes, welcher durch einen Murenabgang entstand. Hier angekommen sahen wir gleich, dass dieses Ziel eine sehr touristische Attraktion ist, denn hier finden wir 3 riesige bezahlte Parkplätze, die vermuten lassen, wie voll und gut besucht der See in der Hauptsaison ist. Wir waren froh, dass wir in der Nebensaison hier waren. So hatten wir wenigstens etwas Ruhe und konnten das herrliche Panorama auf uns wirken lassen.

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Panormaaufnahme vom Pragser Wildsee

Wir liefen im Uhrzeigersinn entlang des Sees bis uns ein älteres Pärchen entgegenkam und meinte, dass der Weg wegen Schnee, Eis und Schlamm nicht weiter machbar sei. Wir entschieden uns trotzdem weiterzugehen und zu versuchen, ob wir dennoch einen Weg finden können. Das Wasser des Sees schimmert herrlich türkisblau bis smaragdgrün – die weißen Kieselstrände, die jetzt zum Teil noch mit noch weißerem Schnee überzogen sind, lassen fast ein karibisches Feeling aufkommen. Und die imposante Bergwelt drumherum machen den See nicht umsonst zu einem der schönsten und meistbesuchtesten Bergseen Südtirols.

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Spiegelung im türkisgrünen Wasser des Sees

Mit etwas Mut und kleinen Abstechern vom Weg war es für uns kein Problem, dem Weg zu folgen. Manchmal mussten wir etwas aufpassen, dass wir auf den kleinen Schneefeldern nicht ausrutschten und hinab in den See schlitterten – so schön einladend er auch aussieht, so kalt wird er wohl auch zu dieser Jahreszeit noch sein. Entlang der steilen Felswände der Zwölf Apostel führte der Weg mal hoch über dem See, mal fast an dessen Ufer entlang.

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Der Pragser Wildsee ist ein beliebter Ausflugsort

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Eis und Schnee trifft auf karibisches Wasser?

Immer wieder halte ich an, um Fotos dieser beeindruckenden Landschaft zu machen, was am Ende Ivy schon fast sauer macht :-). Nach einer kurzen Weile haben wir den Weg am linken Seeufer geschafft und wir entscheiden uns weiter zur Grünwaldalm zu wandern. Diese schön gelegene Almhütte war noch geschlossen, Krokusse blühten wieder auf den Wiesen und ein Blick auf die Wegweiser führten uns zu dem Entschluss einen anderen Rückweg zu nehmen. Wir wollten über den Schwarzberg wandern und dann zurück zum Parkplatz.

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Auf dem Weg zur Grünwaldalm

Direkt an der Grünwaldalm zweigte ein kleiner enger steiler Pfad vom Hauptweg ab und den nahmen wir. Nach ca. 1,5 Stunden ständiger Kraxelei – wir waren fast oben – machte der Weg einen Knick (nun war es nicht mehr Südhang) und schon sahen wir das Übel. Der schmale Weg war unter einem Schneefeld verschwunden und uns schien es zu gefährlich weiterzugehen. Zu groß war das Risiko hier auszurutschen und in die Tiefe zu fallen, also gingen wir schweren Herzens wieder den selben Weg zurück zum See, vollendeten unsere Seeumrundung und füllten zurueck am Parkplatz erstmal unsere hungrigen Mägen.

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Die Grünwaldhütte

Leider war der Tag schon recht fortgeschritten, sodass wir für den 2. Teil des Tages nicht mehr all zuviel planen konnten. Wir entschieden uns den anderen Teil des Pragser Tals zu erkunden und fuhren hinauf zur Plätzwiese, einem Hochplateau auf ca. 2000 m Höhe im Sattel zwischen dem Dürrenstein (2.839 m) und der Hohen Gaisl (3.146 m). Auch hier gab es noch viel Schnee, aber der Hauptweg zur Dürrsteinhütte war frei und führte uns letztendlich zum sogenannten „Sperrwerk Plätzwiese“, einer Ruine einer Österreichisch-Ungarischen Befestigungsanlage.

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Blick auf die Dürrsteinhütte und das „Sperrwerk Plätzwiese“

Das Hochplateau fasziniert aber vor allem auch mit seinem überwältigenden Ausblicken auf die umliegenden Berge. Die Plätzwiese ist außerdem auch Ausgangspunkt für eine Wanderung auf den Gipfel des Dürrenstein, welche wir gern gemacht hätten, wenn Zeit und Wetter mitgespielt hätten.

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Die Plätzwiese ist u.a. ein Paradies für Langlaufskifahrer

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Blick auf die schroffen Berge der Dolomiten

Abends gingen wir noch lecker Essen und probierten typische Südtiroler Spezialitäten, wie Südtiroler Schlutzkrapfen und 3 farbige Knödel an Schnittlauchsoße  (hab vergessen wie das Gericht hieß), ehe es zurück nach Terenten ging.

Vom darauffolgenden Tag nur so viel: Wir trafen eine recht schlechte Wahl bezüglich des Wanderwegs, so dass wir die ganze Zeit durch Schnee stapfen mussten und unser Ziel (Rotwandwiesen) letztlich nicht erreichten. Das Wetter war auch nicht mehr so sonnig. Am Abend fuhren wir noch zur Rodenecker Alm, dem Ziel, welches die Besitzerin unserer Unterkunft uns eigentlich empfohlen hatte. Hier hätte man schön wandern können, aber ein Regenschauer und die Zeit ließen nur eine kleine Runde auf dieser großen Alm zu.

Zurück im Hotel ließen wir uns nochmal den leckeren Kalterer Rotwein schmecken und bereiteten uns auf die morgige Rückreise vor. Das war es also – Südtirol – ein wunderschöner Flecken Erde, wo man immer wieder hinfahren kann um ein paar entspannte Tage in den Bergen zu verbringen. Wir kommen bestimmt wieder!