Sri Lanka 2015 – Hill Country

Unser nächstes Ziel waren die Berge im Zentrum von Sri Lanka. Mit dem Bus fuhren wir zunächst hinauf auf ca. 1000m Höhe nach Ella, einem kleinen touristischen Städtchen umgeben von steilen Bergen, Wasserfällen und Teeplantagen. Man hat normalerweise einen fantastischen Ausblick nach Süden über die flachen Ebenen, den Yala Nationalpark bis hin zum Meer. Ich schreibe normalerweise, weil es in den 2 Tagen, die wir hier waren,  leider sehr oft teilweise stark geregnet hat. Damit reduzierte sich der Ausblick leider fast immer auf eine graue Wand. Wenigstens hatten wir ein schönes Zimmer und ein paar Stunden regenfrei gab es auch. Diese Zeit nutzten wir 2 mal um die kurze Wanderung zum nahegelegenen ‚Little Adams Peak‘ zu machen. Der Weg führte zunächst durch schöne Teeplantagen, wo wir auch kurz die Sonne geniessen konnten. Nach dem kurzen Anstieg zum Gipfel, war es aber jedes Mal so, dass die Wolken wieder Überhand nahmen und wir vom Ausblick quasi nix hatten. Mit unserer geplanten längeren Wanderung zum Ella Rock, welcher majestätisch über dem Städtchen aufragt, wurde es regenbedingt nichts. Stattdessen besorgten wir uns hier im Ort reservierte Sitzplätze im Observationswagen der Eisenbahn, welche wir dann in ein paar Tagen nach Kandy nehmen wollten. Davon aber später noch mehr.

Zunächst fuhren wir nur ein Stückchen mit der Eisenbahn weiter hinauf nach Haputale auf ca. 1400m Höhe. Der Ort befindet sich auf dem südlichen Bergkamm und eröffnet sowohl Ausblicke hinunter nach Süden zum Meer, als auch nördlich zu den weiteren Bergen das srilankanischen Hochlandes. Leider herrschte auch hier das gleiche regnerische Klima vor. Die Einheimischen sagten uns, dass es selten zu dieser Jahreszeit so viel Regen gibt wie dieses Jahr. Oft jedenfalls ist es hier so, dass man ganz früh morgens noch klare Sicht hat, ehe gegen 10 Uhr der Nebel und die Wolken die Berghänge fest in ihren Griff nehmen. Das hieß für uns 2 Tage vor dem Sonnenaufgang aufstehen, eine Wanderung machen und nachmittags während des Regens in unserem Zimmer zu sein und uns zu ärgern, weil alles feucht und kalt ist. Unser Zimmer hier hatte einen schönen Ausblick, aber das war auch schon das einzig wirklich positive dran. Hier hatten wir auch das vielleicht schlechteste Reis und Curry Essen überhaupt (im muffligen fensterlosen Zimmer serviert, stinkender Reis und kalte Curries dazu). Wir haben dann zum Glück noch ein anderes Restaurant gefunden, welches Ok war.

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Wie gesagt, früh morgens ging es immer zeitig los. Einmal wurden wir 5 Uhr im Dunkeln mit dem Tuk-Tuk abgeholt. Unser Ziel war der etwa 1,5 Stunden entfernte Horton Plains Nationalpark. Hier auf einem über 2000m hohen Bergplateau wollten wir eine Wanderung zum sogenannten World’s End machen. So benannt, weil hier das Plateau urplötzlich zu Ende ist. Eine über 800m hohe senkrechte Felswand gibt hier den Blick frei über die südlichen Ebenen bis hin zum Meer. Unterwegs zum Nationalpark sahen wir einen tollen Sonnenaufgang.

Nachdem wir den doch recht heftigen Eintritt bezahlt hatten, fuhren wir noch durch Grasebenen, wo kleine Gruppen von Hirschen grasten, ehe wir den Ausgangspunkt für die etwa 9km lange Rundwanderung erreichten. Wir hatten Glück mit dem Wetter – noch schien die Sonne über die hügeligen mit kleinen Wäldern durchsetzten Grasebenen – und bei der Entscheidung in welche Richtung wir den Rundkurs angehen sollten, lagen wir im Nachhinein goldrichtig. Jeder andere, der doch recht zahlreichen Touristen wählte den kürzesten Weg zum World’s End, damit er noch, bevor die Wolken die Sicht versperren, dort ankommt. Wir entschieden uns den Weg in anderer Richtung zu gehen und hatten damit den Trail für die meiste Zeit für uns alleine.
Es war eine herrliche Wanderung durch Grasebenen mit einzelnen Rhododendrenbäumen, vorbei an einem wunderschönen Wasserfall und durch kleine dichte moosbehangene Wäldchen, ehe wir den Aussichtspunkt erreichten. Die Aussicht war wirklich atemberaubend. Wir hatten genug Zeit die Aussicht zu geniessen und zu frühstücken, ehe dann die Wolken heraufzogen und die Sicht versperrten.

Den darauffolgenden Tag liessen wir uns wieder mit einem Tuk-Tuk abholen und uns zum ca. 16 km entfernten Lipton’s Seat bringen, dem höchsten Berg in der näheren Umgebung von Haputale. Der ca. 1900m hohe Berg ist nach Thomas Lipton benannt, welcher hier im späten 19. Jahrhundert anfing Tee anzubauen und ihn somit für den Rest der Welt bereitstellte. Er mochte es sehr, seine Gäste hierher zu bringen, von wo aus man einen herrlichen Rundblick über seine Plantage und die weiten Ebenen hat. Nachdem der anfängliche Morgennebel verschwunden war, genossen auch wir den Ausblick, tranken eine Tasse Tee und machten uns auf den Weg hinunter durch herrliche Teeplantagen in Richtung der Dambatenne Teefabrik. Diese liegt etwa 6 km entfernt und kann besichtigt werden. Hier wird noch immer der berühmte Lipton Tea hergestellt. Wir sahen, wie mit uralten Maschinen der Tee zuerst getrocknet, gerollt, geschnitten, sortiert und fermentiert wird, ehe er final getrocknet und verpackt wird. Es war eine sehr interessante kleine Tour, aber durch den intensiven Teegeruch überall verging uns die Lust auf eine Schale hinterher.
Unser eigentlicher Plan war den Weg zurück nach Haputale zu wandern, aber der Regen hatte uns eingeholt und wir fuhren also die restlichen 8 km mit dem Bus zurück in den Ort.

Gerade befinden wir uns in Kandy, der wohl 2. größten Stadt Sri Lankas. Sie befindet sich noch immer in der hügeligen Region im Zentrum der Insel. Mit dem Zug kamen wir vor 2 Tagen hier an. Die Bahnfahrt gilt als eine der schönsten Zugfahrten überhaupt – vorbei an Wasserfällen und hohen Bergen, durch dichte Wälder, wo wir Affen sahen und vor allem inmitten durch wunderschön grüne Teeplantagen. Damit wir das so richtig geniessen konnten, reservierten wir uns Sitzplätze im Observationswagon, dem letzten des Zuges mit extra großen Fenstern. Die 6 stündige langsam tuckelnde Fahrt in dem alten Zug hat sich wirklich gelohnt.

Hier in Kandy besuchten wir gestern Sri Lankas heilgsten Tempel, den Temple of the Tooth (Zahntempel), wo ein ürsprünglicher Zahn von Buddha aufbewahrt wird, erwarteten das Ende des Regens und trafen uns mit einem sehr angenehmen Briten auf ein Bier in der Stadt.

Soweit der diesmal recht lange Bericht über die Bergregion des Landes.
Viele Grüße

Mirko & Iveta

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